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Behandlung mit festsitzenden Apparaturen

Im Gegensatz zu den herausnehmbaren Apparaturen ist die Multibracket-Apparatur fest mit den Zähnen verbunden und nur durch den Kieferorthopäden wieder entfernbar.

fest1Die festsitzende Apparatur besteht aus ringförmigen Bändern mit aufgeschweißten Schlössern und Röhrchen (nur auf den hinteren Malzähnen) und aus Brackets (auf Backen- und Frontzähnen), die direkt mittels spezieller Kleber auf die Zähne aufgeklebt werden. Die in den Bändern und Brackets eingesetzten hochelastischen dünnen Drahtbögen bewirken über genau dosierte „orthodontische“ Kräfte die Korrektur der Zahnfehlstellung; zusätzlich werden Hilfsteile (z. B. Gummizüge, Federn, vom Patienten einzusetzende Apparaturen) je nach Erfordernis eingesetzt.

minischraubeHigh-Tech Hilfsmittel
Seit einigen Jahren verwenden Kieferorthopäden sogar Mini-Implantate (Minischrauben) als Hilfsmittel für bestimmte Bewegungen oder zur vorübergehenden Stabilisierung bestimmter Zähne. Vor allem bei der Erwachsenenbehandlung werden (meist im vorderen Gaumen) kleine Pins eingebracht, beispielsweise zur Verankerung (um die anderen Zähne nicht zu überlasten) oder um mehrere Bewegungen gleichzeitig durchführen zu können.

fest2Da Fehlstellungen meist durch eine Kombination von Zahnfehlstellungen (z. B. Platzmangel, starke Zahndrehungen, Verlagerung von Einzelzähnen) und Kieferfehlstellung (z. B. Frontzahnstufe durch Rücklage des Unterkiefers) bedingt sind, ergibt sich häufig auch eine kombiniert herausnehmbare/festsitzende Korrektur.

Festsitzende Apparaturen werden hauptsächlich im bleibenden Gebiss in der Behandlung von Fehlstellungen bei Jugendlichen und vor allem bei der Erwachsenenbehandlung eingesetzt. Teilfestsitzende Apparaturen werden allerdings auch häufig während der Wechselgebissphase kombiniert mit herausnehmbaren Apparaturen bei entsprechendem Behandlungsbedarf eingesetzt.

fest_1Die Behandlung mit festsitzenden Apparaturen erfordert hohes technisches Können des Kieferorthopäden, fundierte Kenntnis der biomechanischen Grundlagen der Zahnbewegung und ständige intensive Fortbildung, um bezüglich der Behandlungstechniken und –möglichkeiten sowie materialtechnisch auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu bleiben.

Haupteinsatzgebiet von festsitzenden Apparaturen im allgemeinen:

  • körperliche Bewegung von Zähnen (d. h. Verschiebung des Zahnes mit der Wurzel im Kieferknochen)
  • Bewegung von Zähnen in allen drei Richtungen des Raumes
  • Beseitigung von Zahndrehungen, -kippungen
  • Einordnen von verlagerten Zähnen

Haupteinsatzgebiet von festsitzenden Apparaturen im speziellen:

  • komplizierte Einzelzahnbewegungen im Wechsel- und bleibenden Gebiss
  • Lückenschluss nach Zahnentfernungen
  • Lückenschluss bei erblich bedingter Zahnunterzahl (z. B. Nichtvorhandensein von seitlichen Schneidezähnen im Oberkiefer)
  • Zurückbewegen von zu weit aus dem Kiefer herausgewachsenen Frontzähnen (z. B. tiefer Biss durch Einbiss der unteren Schneidezähnen in die Gaumenschleimhaut)
  • Beseitigen von Zahnwanderungen aufgrund von parodontalen Erkrankungen bei Erwachsenen
  • Wurzeltorque – eine spezielle Kippung der Zahnwurzel ohne Veränderung der Stellung der Zahnkrone (vor allem bei Deckbissen auch im Wechselgebiss erforderlich)
  • Korrektur der Seitenverzahnung durch zusätzlich eingebaute Federn zwischen Ober- und Unterkiefer (z. B. Jasper Jumper, Eureka-Spring etc.)

Vorteile der festsitzenden Apparaturen:

  • Es gibt praktisch keine Zahnfehlstellung, die nicht mittels festsitzender Apparatur zu beheben wäre (d. h. keine Beschränkung bezüglich ihrer Anwendung)
  • Verkürzung der Behandlungszeit
  • Mitarbeit des Patienten nur bedingt notwendig bzw. durch entsprechende Konstruktion der Apparatur vollkommen auszuschließen
  • Feineinstellung der Verzahnung durch exaktes Positionieren der Zähne an idealer Position
  • Sprechen ist nicht behindert (Ausnahme: innenliegende festsitzende Apparaturen

Nachteile der festsitzenden Apparaturen:

  • erschwerte Mundhygiene – erfordert hohe Disziplin des Patienten. Aber: Festsitzende Apparaturen gefährden den Zahnschmelz nicht, solange die Zahnpflege korrekt durchgeführt wird!
  • teilweise Einschränkungen bei der Nahrungsaufnahme (Vermeidung von klebrigen Speisen; Vorsicht bei harten Nahrungsmitteln wie Popcorn, Nüsse, Brotkruste etc.)
  • Irritation der Mundschleimhaut zu Beginn der Behandlung
  • bei schlechter Mundhygiene nicht anwendbar
  • bei entsprechender Veranlagung kann es zu Wurzelverkürzungen kommen
  • Ästhetische Beeinträchtigung (kann durch Verwendung von zahnfarbenen Brackets aus Kunststoff oder Keramik bei nicht allzu umfangreichen Zahnbewegungen wesentlich verbessert werden; bei der Anwendung der Lingualtechnik, einer speziellen Technik mit an der Innenseite der Zähne befestigten Brackets, gibt es keinerlei ästhetische Beeinträchtigung)