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23. Jänner 2015:

Verband Österreichischer Kieferorthopäden: "Gratiszahnspange" hat Schwachstellen

Mit sozialer Staffelung der Kassenleistung hätten mehr PatientInnen profitiert – Deckelung des Budgets auf Kosten der PatientInnen – Unsicherheit bei der Arztwahl durch fehlenden „Fachzahnarzt für Kieferorthopädie"

Die Verhandlungen zwischen dem Hauptverband der Sozialversicherungen und der Österreichischen Zahnärztekammer bezüglich „Gratis-Zahnspange“ wurden lt. Pressemeldungen zu einem positiven Abschluss geführt.
Die eigentlichen kieferorthopädischen Fachleute wurden allerdings nur im Vorfeld der Verhandlungen beigezogen. Die Ausverhandlung des detaillierten Vertragsinhaltes erfolgte ohne Einbindung von VertreterInnen der Kieferorthopädie.

Ab 1. Juli 2015 werden schwere Zahn- und Kieferfehlstellungen (Stufe 4 und 5 nach der IOTN-Skala für den kieferorthopädischen Behandlungsbedarf) für Kinder und Jugendliche bis Vollendung des 18. Lebensjahres als Kassenleistung finanziert.

180 Kassenverträge werden verteilt über ganz Österreich vergeben. Für PatientInnen von qualifizierten KieferorthopädInnen, welche keinen Kassenvertrag haben, gilt das Wahlarzt-Prinzip. PatientInnen können die Privatrechnung bei ihrer Versicherung zur Rückerstattung einreichen. Diese wird mit 80% des Kassentarifs ca. 3x so hoch sein wie bisher.

 

Vergebene Chance durch fehlende soziale Staffelung
Der Verband Österreichischer Kieferorthopäden (VÖK) begrüßt außerordentlich, dass der Bund in die Zahngesundheit von Kindern und Jugendlichen investieren will - eine längst überfällige Maßnahme.
Dennoch bedauert DDr. Martin Brock, Präsident des VÖK, dass die Politik den VÖK-Vorschlag einer Staffelung der Bezuschussung nach medizinischen und sozialen Kriterien nicht aufgegriffen hat. Die Einschränkung auf IOTN 4 und 5 führt dazu, dass 70% der PatientInnen enttäuscht sein werden. Mit der gleichen Summe und einer sozialen Staffelung hätten auch IOTN 3-PatientInnen (mit zum Teil erheblichen Fehlstellungen) und somit 60% anstatt der jetzt maximal möglichen 30% versorgt werden können.

Die Deckelung des Budgets ist äußerst problematisch
Der Bund stellt ein fixes Budget zur Verfügung (80 Mio) - unabhängig davon, wieviele PatientInnen die Behandlung in Anspruch nehmen werden.
Begeben sich mehr PatientInnen als von den Verhandlungspartnern kalkuliert in Behandlung, steht weniger Geld pro PatientIn zur Verfügung. „Das ist eine Notbremse auf Kosten der PatientInnen“, kritisiert VÖK-Präsident Brock. „Sinken die Mittel pro Patient, muss die Betreuungsqualität sinken. Bei allem Bemühen wird man dann nicht mehr mit gutem Gewissen von einer hochqualitativen medizinischen Betreuung sprechen können und das wird im Mund der PatientInnen sichtbar sein.“

VÖK fordert die Einführung des Fachzahnarztes für Kieferorthopädie
Durch das vom Nationalrat im März 2014 verabschiedete Gesetz waren alle Beteiligten gezwungen, den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen, sagt DDr. Silvia M. Silli, Generalsekretärin des Verbandes Österreichischer Kieferorthopäden. Denn es wurde ein Vertrag für ein zahnmedizinisches Spezialgebiet abgeschlossen, das in Österreich bislang offiziell noch immer nicht anerkannt ist. Österreich ist neben Spanien das letzte Land Europas, in welchem es keine staatliche Anerkennung der Ausbildung zum Fachzahnarzt für Kieferorthopädie gibt. Dies erschwert den PatientInnen, die ExpertInnen zu erkennen.
Um Klarheit in der Qualifikationsfrage und Sicherheit bei der Arztwahl für die PatientInnen zu schaffen ist es dringend notwendig, endlich auch in Österreich den Fachzahnarzt für Kieferorthopädie einzuführen.

Über den Verband Österreichischer Kieferorthopäden
Der Verband Österreichischer Kieferorthopäden (VÖK) bemüht sich seit seiner Gründung im Jahr 1998, durch Qualitätsprüfungen und Fortbildungen sicher zu stellen, dass auch in Österreich hochqualifizierte kieferorthopädische Behandlungen nach dem Stand der Wissenschaft durchgeführt werden. Der VÖK vereint aktuell mehr als 300 Mitglieder aus allen Bundesländern. Der VÖK im Internet: www.voek.info

 

Pressekontakt:
Ulrich Müller
wikopreventk
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Tel. 0699 16020012